Anwendungshinweise

Kraftwerk Lippendorf im Bau
Kraftwerk Lippendorf im Bau

Die Beschichtung von Stahlbauteilen / -konstruktionen erfolgt mit dem gemäß Spezifikation vorgesehenen bzw. dem von novatic empfohlenen Beschichtungssystem. novatic verfügt über ein umfangreiches Sortiment von Korrosionsschutz-Beschichtungsstoffen, so dass für die Korrosivitätskategorien gemäß DIN EN ISO 12944-2 geeignete Beschichtungssysteme gemäß DIN EN ISO 12944-5 angeboten werden.

Erstbeschichtung

Die erstmalige Beschichtung von Stahlbauteilen, nach ordnungsgemäßer Oberflächenvorbereitung gemäß DIN EN ISO 12944-4, sollte möglichst unter bestmöglichen Bedingungen zur Sicherung eines langzeitigen Korrosionsschutzes erfolgen. Bestmögliche Voraussetzungen zur Oberflächenvorbereitung und Ausführung der Beschichtung sind direkt nach der Fertigung der Stahlbauteile / Stahlbaukonstruktionen im Stahlbauwerk unter Hallenbedingungen (Werkstattkonservierung) gegeben. Die Beschichtung im Werk bietet gegenüber einer Baustellenkonservierung verschiedene Vorteile, so dass möglichst die gesamte Beschichtung oder zumindest eine Teilbeschichtung erfolgen sollte.

Vorteile:

  • beste Voraussetzungen zur Reinigung und Vorbereitung der Oberflächen
  • Witterungsunabhängigkeit
  • regelbare, definierte Applikationsbedingungen (Applikationsparameter, Temperatur, Luftfeuchte, Umluft), so dass die qualitätsbestimmenden Eigenschaften wie Schichtdicke und Oberflächenbeschaffenheit kontrolliert gesichert werden können
  • gute Trocknungs- und damit Überarbeitungsbedingungen
  • gute Voraussetzungen zur Qualitätskontrolle
  • Einsatz effektiver Technologien zur Kostenreduzierung
  • Abfallentsorgung und Umweltbelastung unter Kontrolle

 

Der Zeitraum zwischen Werksbeschichtung und möglicher Komplettierung auf der Baustelle sollte nicht zu groß sein. Vertraglich vereinbarte Zeitintervalle sind zu beachten. Nach Ausbesserung eventueller Transportschäden auf der Baustelle (Ausbesserung mit Beschichtungsstoffen des vorgeschriebenen Systems) wird das Schutzsystem komplettiert.

 

Eine Erstbeschichtung auf der Baustelle verlangt vom Applikateur erheblich größere Aufwendungen, zur Sicherung der Anforderungen an die Oberflächenvorbereitung die Applikation, Trocknung und Überarbeitung.

Überholungsbeschichtung

Alle Beschichtungen unterliegen der Alterung und unter den jeweiligen klimatischen Bedingungen einem natürlichen Abbauprozeß. Die Instandsetzungsmaßnahmen werden nach wirtschaftlichen und umwelttechnischen Betrachtungen gewählt.

Ausbessern:

kleinflächige Fehlstellen – Wiederherstellen des Korrosionsschutzes

Teilerneuern:

Korrosionsschutz an korrodierten Stellen wieder herstellen und mindestens eine Deckbeschichtung aufbringen. Nutzung von „Instandhaltungsgrundierungen“ als Grundbeschichtung und nachfolgend z.B. ursprüngliches System(ausgenommen Erstgrundierung) applizieren

Vollerneuerung:

Eine Vollerneuerung des Korrosionsschutzsystems eines Bauwerkes stellt nach der restlosen Entfernung der Altbeschichtung und möglicher Korrosionsprodukte, vergleichbare Anforderungen wie an eine Erstbeschichtung auf der Baustelle. Besonderes Augenmerk muß zusätzlich der restlosen Beseitung von Korrosionsstellen gelten.

 

Eine Vollerneuerung wird gewählt bei:

  • großflächiger Unterrostung der Altbeschichtung (z.B. mehr als 20%)
  • Haftungsmängeln 
  • Blasenbildung bis zum Untergrund
  • Versprödung des Beschichtungssystems

Applikation

novatic Beschichtungsstoffe sind mittels der für die Produktgruppen üblichen, bekannten Applikationsverfahren Streichen, Rollen, Spritzen verarbeitbar. Verschiedene Produkte werden für das jeweilige Applikationsverfahren bereits eingestellt geliefert, wir bitten um Beachtung diesbezüglicher Hinweise. In unseren Technischen Merkblättern werden produktbezogen geeignete Applikationsverfahren mit den spezifischen technischen Parametern genannt. Die genannten technischen Angaben führen zu einer optimalen, qualitativ hochwertigen Beschichtung.

Unser Qualitätssicherungssystem sichert die Lieferung qualitativ hochwertiger Beschichtungsstoffe, aus denen der Verarbeiter das Finalerzeugniss Beschichtung fertigt. Fehler in der Oberflächenvorbereitung und bei der Verarbeitung der Beschichtungsstoffe führen zwangsläufig zu qualitativ minderen Beschichtungen und müssen vermieden werden. Damit wird die Verantwortung des Verarbeiters deutlich! Wir wollen mit nachfolgenden Hinweisen helfen Fehler zu vermeiden und damit die Qualität zu sichern.

 

Die Anforderungen, Voraussetzungen, zu beachtende Regeln und Normen und die Ausführung der Beschichtungsarbeiten sind in der DIN EN ISO 12944 Teil 7 festgeschrieben. Bei der Ausführung der Beschichtungsarbeiten, sind die Forderungen dieser Norm zu erfüllen. Unter der Voraussetzung das fehlerfreie Schutzschichten appliziert wurden, nimmt die Schichtdicke wesentlich Einfluß auf die Schutzdauer. Jede Schicht ist deshalb gemäß der Festlegung der Spezifikation und in Übereinstimmung mit dem produktspezifischen Technischen Merkblatt, gleichmäßig und fehlerfrei zu applizieren. Die Einzelwerte der Trockenschichtdicke, die 80% der Sollschichtdicke unterschreiten sind nicht zulässig. Gemäß DIN EN ISO 12944-7 sind Einzelwerte zwischen 80% und 100% der Sollschichtdicke zulässig, vorausgesetzt, dass der Mittelwert aller Messergebnisse gleich der Sollschichtdicke oder größer ist. Es ist zu sichern, dass die Sollschichtdicke erreicht wird und Bereiche mit zu hoher Schichtdicke vermieden werden. Für die zulässige Höchstschichtdicke gilt die Festlegung der DIN EN ISO 12944-7.

Den Forderungen der DIN EN ISO 12944 „Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme“, ist als technisches Regelwerk grundsätzlich zu entsprechen. Zusätzlichen spezifischen Forderungen der Auftraggeber ist zu folgen.

Oberflächenvorbereitung

Die DIN EN ISO 12944 Teil 4 beinhaltet: „Arten von Oberflächen und Oberflächenvorbereitung“. Die genannten erforderlichen Voraussetzungen zur Sicherung fehlerfreier Schutzschichten mit dem erforderlichen Schutzvermögen sind unbedingt zu realisieren. Im Anhang A der DIN EN ISO 12944-4 sind die Vorbereitungsgrade für die primäre (ganzflächig) Oberflächenvorbereitung, im Anhang B für die sekundäre (partielle) Oberflächenvorbereitung und im Anhang C die Verfahren zum Entfernen artfremder Schichten und Verunreinigungen tabellarisch dargestellt. Im Zusammenhang mit den Forderungen des produktspezifischen Technischen Merkblattes an die Oberfläche, ist die Oberflächenvorbereitung zu sichern. In der Regel ist bei einer Erstbeschichtung von Stahloberflächen der Oberflächenvorbereitungsgrad Sa 2,5 (ISO 8501-1) erforderlich. Im Bereich der Erneuerungsbeschichtung verfügt novatic über oberflächentolerante Beschichtungsstoffe, die auf den Oberflächenvorbereitungsgrad Sa2 aufgetragen werden können. In jedem Fall, sind die diesbezüglichen Hinweise der produktbezogenen Technischen Merkblätter zu beachten. Dies trifft analog für alle anderen Materialien und Oberflächen zu, wie z.B. für feuerverzinkte Stahlbauteile. Gemäß DIN ISO 12944-5 stellt novatic verschiedene geeignete Produkte dem Anwender zur Verfügung.

Gestrahlte Oberflächen sind vor der Beschichtung durch Abblasen und anschließendem Abfegen oder anderen geeigneten Verfahren, ordnungsgemäß zu säubern.

 

Häufig werden Bauteile grundiert oder mit einem Teilschutzsystem beschichtet und durchlaufen danach gemäß technologischem Fluss die Fertigung, bevor die Endlackierung/Farbgebung erfolgt. Durch die jeweilige spezifische Technologie können beschichtete Oberflächen mit unterschiedlichsten Produkten verschmutzt werden, die Einfluss auf die Überlackierbarkeit, Haftung, Glanz und den Korrosionsschutz nehmen. Derartige Verschmutzungen, sind vor dem Aufbringen weiterer Beschichtungen vollständig zu entfernen. Da die Verschmutzungen abhängig von der jeweiligen spezifischen Technologie sind, müssen spezifisch wirkende Reinigungsmittel gesucht werden. Ein Anlösen der zu reinigenden Beschichtung soll vermieden werden. Entsprechende Prüfungen müssen vor Anwendung eines Reinigungsmittels erfolgen.

 

Wasserverdünnbare Beschichtungsstoffe reagieren im allgemeinen empfindlicher auf ungenügend vorbereitete Oberflächen. Prinzipiell ist es dabei unerheblich ob es sich hierbei um Stahl-, Aluminium-oder feuerverzinkte Oberflächen handelt. Die zu beschichtende Oberfläche muss trocken, schmutz-, staub- und fettfrei sein. Die Oberflächen müssen frei von chemischen Produkten sein, die korrosionsstimulierend wirken können und/oder wasserlöslich sind und damit unerwünschte chemische Reaktionen und/oder osmotische Prozesse mit nachfolgender Blasenbildung ermöglichen.